Ich hatte ein Fangirl Moment. Mit fast 40.

Ich sitze im Zug zurück nach Frankfurt und muss erstmal alles sacken lassen. Heute war ich auf dem Business Creator Summit 2026 in Berlin und ich muss zugeben, ich bin immer noch ganz aufgewühlt.

Der Markt, den keiner ernst nimmt

Die Creator Economy, ein 480 Milliarden Dollar Markt und trotzdem behandeln so viele das Thema wie ein Hobby. Genau das war meine erste große Erkenntnis heute. Dieser Markt ist real. Er wächst und gleichzeitig wird er gerade mit KI Content überflutet. AI Slop, wie es Sarah Emmerich nannte. Die Konsequenz daraus ist simpel und hart zugleich: Reichweite ist nicht mehr die Währung. Vertrauen ist es.

 

Founder werden zu Creators. Es gibt mittlerweile Stellenausschreibungen für "Head of CEO Content". Posts von Führungskräften bekommen laut einer LinkedIn Studie bis zu zehnmal mehr Engagement als Unternehmensposts. Nicht Marken bauen heute Vertrauen auf, Menschen tun das.

 

Anke Müller von Meta hat es auf den Punkt gebracht: Bevor Du irgendein Format wählst, Carousel, Reel, Community Broadcast, musst Du wissen, was Dein Ziel ist: Reichweite, Community, Conversion. Das Format folgt dem Ziel, nicht umgekehrt.

Warum macht das dann nicht jeder?

Diese Frage hat mich den ganzen Tag begleitet. Christian Steiger, CEO von Lexware, hat es so beantwortet: Erst kommt der Mut, dann die Ausdauer. Du musst mind. drei Monate durchziehen, ohne zu wissen, ob es funktioniert. Du investierst, bevor Du den Beweis hast, genau da scheitern die meisten, und ich muss zugeben, ich war auch an dem Punkt. 

 

Leo Mathild hat es so treffend gesagt: "Social Media Marketing ist wie Zähne putzen. Du kannst nicht am Anfang exzessiv Zähne putzen und dann aufhören. Du musst es jeden Tag machen." Dieses Bild ist bei mir hängen geblieben, weil es so banal und so wahr ist. Aaron Troschkes Meinung dazu: "Überwinde Cringe Mountain." Genau da stehe ich gerade und klettere über Cringe Mountain. 

Was mich wirklich getroffen hat

Ich war seit Jahren nicht mehr in einem Fangirl Moment. Heute hatte ich gleich zwei. Christian Steiger anzusprechen, war schon ein Schritt. Da ich Lexware liebe und sogar deswegen den Lexware Office Coach gemacht hab, aber Malika Babel anzusprechen, eine Million Follower, das hat mich wirklich Überwindung gekostet. Ich hab's trotzdem gemacht. An diesem eigentlich random Dienstag.

 

Das war für mich der eigentliche Wendepunkt des Tages. Nicht die Zahlen, nicht die Studien, sondern der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich mich traue, auf Menschen zuzugehen, die ich bewundere.

Susanna Knorr hat etwas gesagt, das genau diesen Moment erklärt: So viele beeindruckende Persönlichkeiten mit riesigen Reichweiten haben auch mal bei null angefangen. Darius, CEO von Störtebekker, ergänzte: Nicht verkopft sein. Einfach machen.

 

Was ich aus dem Tag mitnehme

Von jedem Speaker, ob Alena Brügger, Ann-Kathrin Schmitz, Elena Carriere oder Anke Müller von Meta, habe ich mindestens eine Sache mitgenommen. Alle haben über das Creator Leben gesprochen und alle hatten etwas zu sagen, das sitzt.

Zum Beispiel Marcel Knopf: "KI ist so günstig wie nie, aber die meisten nutzen sie falsch. Der Schlüssel ist Kontext." Wusstest Du, dass LinkedIn bereits aktiv KI Content drosselt? Das heißt für mich nicht, kein KI nutzen. Das heißt, den richtigen Kontext liefern, den nur ich liefern kann. Meine Perspektive, meine Stimme, mein Leben.

 

Caroline R. Kroll hat einen Satz gesagt, den ich mir an die Wand hängen werde: LinkedIn erklärt, was Du machst. Instagram zeigt, wer Du bist.

Mein Fazit

Personal Branding is a business. Das war der Claim der ganzen Veranstaltung und er stimmt. Ich bin Newbie in dieser Bubble, aber ich liebe sie. Content Creation ist für mich keine Pflicht, es ist meine Me-Time und nach heute weiß ich noch klarer, warum ich mir das aufbauen will.

Der Markt ist da, das Potential ist da und die einzige Frage ist, ob ich bereit bin, mind. drei Monate zu investieren, ohne irgendeinen Beweis zu haben. Mut zuerst, Ausdauer danach.

 

Morgen übernehme ich erstmal die Kinderbetreuung, weil mein Mann auf Geschäftsreise ist, und auch das gehört dazu. Build in public heißt für mich nicht nur Business, sondern das ganze Leben drumherum.